Arbeitskreis Brandschutzerziehung

im Stadtfeuerwehrverband Stuttgart e.V.

Arbeitskreis Brandschutzerziehung - im Stadtfeuerwehrverband Stuttgart e.V.

Der Oberbürgermeister startet offiziell das nun stadtweite Projekt Brandschutzerziehung

Stuttgarter Zeitung vom 21.02.2006

Feuerteufel-Rap hilft Kindern löschen

In Stuttgart startet ein Gemeinschaftsprojekt zur Brandschutzerziehung in Kindergärten.

Stuttgart- “Messer, Feuer, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nicht.” Dieser Rat gilt für das stadtweite Gemeinschaftsprojekt “Brandschutzerziehung in Kindergärten” als längst überholt. Kinder sollen sich an Streichhölzern und Kerzen probieren – aber niemals alleine.

Max Zündel weiß es genau: Wenn es brennt, muss er die Telefonnummer 007 wählen, und dann kommt ein blaues Feuerwehrauto. “Nein”, schreien 15 Kinder lautstark im Chor – “die 112 wählen, und das Auto ist rot.”

Die Kinder der Eltern-Kind-Initiative Heuschrecken sind zusammen mit ihren Erziehern zu einer Brandschutzerziehung ins Feuerwehrhaus nach Riedenberg gekommen. Dort zeigt ihnen Frank Wörner, der Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg, wie sie sich bei Brandgefahr richtig verhalten sollen.

Die Veranstaltung ist der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt “Brandschutzerziehung in Kindergärten”. In diesem Jahr sollen rund 56 Kindergärten und Vorschulen mit über 1600 Kindern für den richtigen Umgang mit dem Feuer geschult werden. “In Deutschland sterben etwa 40 Kinder an den Folgen von Bränden”, sagt Klaus Dalferth, der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbands Stuttgart.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln der lokalen Agenda. Rund 10 000 Euro sind bisher geflossen – jetzt ist das Budget erschöpft. “Wir hoffen auf die Stadt”, sagt Dalferth. Von dem Geld wurden unter anderem auch so genannte Brandschutzkoffer gekauft. Sie enthalten Spiele zum Thema Feuer, Streichhölzer, Wunderkerzen, Rauchmelder und eine Telefonanlage, mit der ein Anruf bei der Feuerwehr simuliert werden kann.

Besonders beliebt bei den Kindern ist Max Zündel. Die feuerrote Handpuppe versucht die Kleinen mit provokanten Falschaussagen zum Thema Feuer aufs Glatteis zu führen. In seinem “Feuerteufel-Rap” ermuntert er die Kinder heimlich zu zündeln und kockeln. Doch die Kleinen kontern in einem Refrain mit ihrem gelernten Wissen: Alleine wird nicht mit dem Feuer gespielt, und im Notfall wird die 112 gewählt.

“Als ich zum ersten Mal von dem Projekt hörte, dachte ich an den Struwwelpeter”, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Die Brandschutzerziehung sei für ihn eine sehr gute Idee, und er hoffe, dass das Brandschutzmodell der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg in ganz Stuttgart Schule macht.

Bereits 64 Feuerwehrleute haben sich in ihrer Freizeit zu Brandschutzerziehern qualifiziert. Sie gehen vormittags in die Kindergärten und klären die Kinder über die Gefahren des Feuers auf. Einige Tage später dürfen die Kleinen dann einen Besuch im Feuerwehrhaus machen. Dort können sie ein Feuerwehrauto von innen anschauen, die feuerfesten Anzüge bestaunen und auch den roten Helm aufziehen.

Als Abschlussübung steht ein simulierter Brand auf dem Programm. “Die Kinder lernen hier spielerisch”, sagt der Erzieher der Eltern-Kind-Initiative Heuschrecken. Mit selbst gebastelten Feuerwehrhelmen auf dem Kopf schöpfen die Kinder mit Joghurtbechern Wasser aus einem Bassin und löschen das imaginäre Feuer. Als Belohnung werden die kleinen Brandlöscher mit dem Feuerwehrauto zurück in den Kindergarten gefahren.

Sascha Sauer, STZ vom 21.02.2006