Arbeitskreis Brandschutzerziehung

im Stadtfeuerwehrverband Stuttgart e.V.

Arbeitskreis Brandschutzerziehung - im Stadtfeuerwehrverband Stuttgart e.V.

Max Zündel allein in Berlin

Mein guter Freund Dr. Stefan Kaufmann arbeitet als CDU-Abgeordneter in Berlin, dort hat er uns, also Max und mich, eingeladen seine Arbeit und die Stadt Berlin kennen zu lernen. Da wir noch nicht alleine verreisen dürfen, haben uns Feuerwehrkameraden begleitet. Wir waren schließlich eine Gruppe von zehn Personen. Mit dem Zug düsten wir, Anfang März, beinahe einen ganzen Tag von Stuttgart nach Berlin. Die Stadt ist sehr lebhaft, mit der geteilten Geschichte, den Botschaften und den vielen Museen. In manchen Museen waren wir sogar drinnen, zum Beispiel in einem, in dem die gesamte Geschichte der deutschen Demokratie erzählt wird. Dort war sogar Angela Merkels Rednerpult ausgestellt. Angela Merkel hätte ich sogar beinahe getroffen, naja, nur beinahe. Sie fuhr mit ihrem Auto an uns vorbei, als wir gerade das Kanzleramt besuchten. Spannend war auch der Besuch beim Deutschen Feuerwehrverband. Die haben schicke Büros und backtüchtige Sekretärinnen. Wer also guten Kuchen essen möchte in Berlin, kann auch den Deutschen Feuerwehrverband besuchen, da ist er sogar kostenlos. Ein toller Moment war der Besuch im Bundestag. Nach unserer Einführung in das Gebäude und den Arbeitsalltag der Politiker trafen wir endlich Stefan. Max hat Berlin so gut gefallen, dass er Stefan gefragt hat, ob er bei ihm einziehen darf. Natürlich hat Stefan zugestimmt. Es war sehr traurig, als wir uns von Max verabschieden mussten. Mit Spannung dürfen wir darauf warten was unser Max Zündel allein in Berlin alles anstellt. Ich werde auf jeden Fall die Zeitung nun genauer lesen, wenn von Ereignissen in Berlin berichtet wird.

Euer Nils

Jubiläumslehrgang erfolgreich abgeschlossen

Jubiläumslehrgang erfolgreich abgeschlossen

Nun bereits zum zehnten Mal, hat der Arbeitskreis Brandschutzerziehung den Lehrgang “Brandschutzerziehung in Kindergärten” mit Erfolg durchführen können. Begrüßt wurden die 19 Teilnehmer aus ganz Stuttgart und Ostfildern vom Abteilungsleiter Einsatz der Branddirektion  Stuttgart, Dr. Carsten Homrighausen. Organisiert und durchgeführt wurde der Lehrgang von den Mitgliedern des Arbeitskreises mit gewohnt tatkräftiger Unterstützung zweier Referenten der Feuerwehrpuppenbühne Oberhausen.

Auch wenn es nun schon der zehnte Lehrgang ist, so lernen auch wir immer wieder neue Ansätze und Ideen im Austausch mit den engagierten Feuerwehrleuten. (Claudia Wolf)

Neben organisatorischen Hinweisen und den Grundlagen unseres Konzeptes standen unter anderem die Einführung des Rauchhauses, verschiedene Bausteine wie das Ankleiden eines Feuerwehrmannes oder pädagogische Hinweise und eine kindgerechten Sprache im Vordergrund. Doch für viele ganz neu und ungewohnt, jedoch für uns Brandschutzerzieher das wichtigste Hilfsmittel, um die Kinder zu erreichen – ganz ganz viel Puppenspielen mit Max Zündel und Nils.

Landesschau berichtet über das Projekt Brandschutzerziehung der Stuttgarter Feuerwehr

Beitrag Landesschau Baden-Württemberg vom 19.4.2006

 

Messer, Schere, Gabel, Licht – sind für kleine Kinder nicht, diesen Spruch hat’s früher schon gegeben und da hat er auch gegolten. Aber heute ist er längst veraltet. Im Gegenteil, die Kinder sollen so früh wie möglich lernen, wie man sich bei Feuer richtig verhält – am besten schon im Kindergarten. Das heißt Brandschutzerziehung und […] deshalb hat die freiwillige Feuerwehr Stuttgart die Initiative ergriffen und besucht die Kindergärten.

 

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Wenn die Leute nur geheizt haben, darf man noch nicht die Feuerwehr rufen

 Stuttgarter Wochenblatt vom 23.02.2006

Wenn die Leute nur geheizt haben, darf man noch nicht die Feuerwehr rufen

Brandschutzerziehung für Stuttgarts Kinder: In Riedenberg ist das stadtweite Gemeinschaftsprojekt gestartet

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, Klaus Dalferth, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands Stuttgart, und Dr. Frank Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes und Leiter der Branddirektion Stuttgart, haben am 20. Februar in Riedenberg das stadtweite Gemeinschaftsprojekt “Brandschutzerziehung in Kindergärten” gestartet.

RIEDENBERG – “Max, Max!” rufen die Kinder laut. Sie warten auf das knallrote Feuerteufelchen Max Zündel, das auf dem Schoß von Feuerwehrkommandant Frank Wörner von der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg sitzt und wilde Späße macht. Die 15 Kinder kommen von der Kinderbetreuungseinrichtung Heuschrecken in Riedenberg und haben durch Mitglieder der FFW Riedenberg bereits eine umfassende Brandschutzerziehung erhalten. Sie wissen, was man tun muss, wenn “doch mal was passiert.” “Die 112 darf man nur wählen, wenn”s wirklich brennt!” ruft ein Heuschrecken-Kind und ein anderes sagt: “Wenn die Leute nur geheizt haben und Rauch aus dem Kamin kommt, darf man noch nicht die Feuerwehr rufen.” Zu lustigen Gitarrenklängen singen sie den Feuerteufel-Rap und anschließend demonstriert der kleine Konstantin den anwesenden Gästen, wie gut es mit dem Telefonieren klappt.

Er wählt die 112, sagt seinen Namen und die Straße, in der es brennt. “Was brennt?” fragt der Feuerwehrmann am anderen Ende der Leitung.

“Das Haus natürlich!” ruft Konstantin. Diese Szene mit den kleinen Heuschrecken-Kindern ist lustig – im Falle eines Brandfalles wird jedoch alles sehr schnell todernst. Gerade im Umgang mit dem Element Feuer ist daher bei der Aufklärung noch viel zu tun. So sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 40 Kinder an den Folgen von Bränden, mehr als zwei Drittel aller Opfer sind dabei jünger als fünf Jahre.

Noch erschreckender ist die Tatsache, dass 80 Prozent aller Brände, die durch Kinder verursacht werden, von Kleinkindern ausgehen und dabei jedes Jahr tausende Kinder durch Verbrennungen verletzt und teilweise schwer entstellt werden.

Deswegen starteten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Botnang, Degerloch-Hoffeld, Heumaden, Hofen, Plieningen, Riedenberg, Rohracker und Zazenhausen im Jahr 2002 ein Projekt zur gezielten Aufklärung und Erziehung von Kleinkindern und ließen sich in ihrer Freizeit zu Brandschutzerziehern ausbilden.

Die Freiwillige Feuerwehr Riedenberg konnte die “Brandschutzerziehung in Kindergärten und Vorschulen” im Netzwerk nachhaltiger Projekte im stadtweiten Prozess der Lokalen Agenda Stuttgart verankern. Mittlerweile wurden die Kinder von insgesamt fünf Kindergärten des Stadtbezirkes in der Brandschutzerziehung unterrichtet.

Im Rahmen des Projektes “Brandschutzerziehung in Kindergärten” machten die Feuerwehrleute Frank Wörner, Ralf Baumgartner und Rouven Dürr Station in den Riedenberger Kindergärten, um die Kinder auf spielerische Weise mit dem Thema Feuer und Brandschutz vertraut zu machen. Am Anfang stand eine Informationsveranstaltung “Kick off” sowie der Kontakt zu den Erzieherinnen der Kindergärten. In Elternabenden, durch begleitende Thematik in den Kindergärten, durch den Besuch der Feuerwehr und den Besuch der Kinder im Feuerwehrhaus soll den Kleinen der Umgang mit der gefährlichen Materie nahe gebracht werden. “Sie lernen wie man telefoniert, die Notrufnummer wählt, den Namen sagt, und dass man bei Rauch nur kriechen soll, dass man sich bei Feuer bemerkbar machen muss”, erzählt Frank Wörner. Parallel dazu werden die Kinder von den Erzieherinnen auf das Thema Brandschutz vorbereitet. “Die Kinder singen Lieder, malen, basteln, hören Geschichten zum Thema Feuer.” Für die meisten sei es “toll”, wenn die Feuerwehr kommt, oder wenn sie zum Abschluss des Kurses einen Besuch im Feuerwehrhaus machen dürfen.

Vor allem der Feuerteufel Max, der forsch und frech auftritt, beeindruckt die Kinder sehr, berichtet Feuerwehrkommandant Frank Wörner. Gemeinsam mit seinen Kollegen führt er in Form eines Dialogs zwischen Puppenjunge Nils und Feuerteufel Max durch das Brandschutzerziehungsprogramm.

Mit dem blonden Nils identifizieren sich die Kinder, der knallrote Feuerteufel Max erzeugt dagegen leichtes Schaudern. Es gibt lustige Spiele mit Rauchschlangen oder einer Kerzentreppe, Übungen an einer laut geschalteten Telefonanlage, eine lustige Kassette mit Hörspiel, Malbücher und Bastelbögen und am Schluss ein aufregender Besuch im Feuerwehrhaus.

“Unser Ziel ist, die Kinder mit der Gefahr vertraut zu machen, so dass sie in kritischen Situationen automatisch richtig handeln und nicht in Panik verfallen”, erklärt Wörner. Auch die Eltern sollen sensibilisiert werden und darauf achten, dass zu Hause keine Streichhölzer herumliegen oder die Kinder mit einer Kerze allein sind. “Kinder sind selten vorsätzliche Brandstifter, ein Feuer entsteht immer durch Unachtsamkeit.” Das Brandschutzerziehungsprogramm für Stuttgarts 488 Kindergärten ist startklar. Unterweisungen bei weiteren 23 Kindergärten stehen bevor. Bis zum Ende des Jahres sollen rund 1500 Kinder im Rahmen dieses Projekts durch ehrenamtlich tätige Bürger im Umgang mit dem Feuer und der Feuerwehr geschult werden. Interessierte Stuttgarter Kindergärten können sich an den Stadtfeuerwehrverband Stuttgart wenden, Heusteigstraße 12, 70182 Stuttgart, Telefon 50 66 – 399, Fax 50 66 – 241.

Bezirksvorsteher Schreck freut sich, dass im Stadtbezirk eine so hohe Sensibilität für dieses Thema entwickelt werden konnte.

“Der Bezirksbeirat wird stets ein offenes Ohr für dieses Projekt haben.” Das ist gewiss nötig, denn der finanzielle Rahmen von 10 000 Euro für das Stuttgarter Modell ist ausgeschöpft, das Budget aufgebraucht. Weitere finanzielle Unterstützung muss nun von der Stadt kommen. “Kinder sind das Beste was wir haben”, so Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster bei seinem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg. Er verdeutlicht, dass “mit diesem neuen Programm die Stuttgarter Kindergärten die Chance erhalten, den richtigen Umgang mit Feuer zu erfahren und gleichzeitig die Feuerwehr als Retter in der Not kennen zu lernen”.

Klaus Dalferht, der Chef des Stadtfeuerwehrverbandes Stuttgart bringt die Zielsetzung der Brandschutzunterweisung auf den Punkt: “Es sollen Regeln statt Verbote im Umgang mit Feuer gelehrt und spielerisch die richtigen Reaktionen bei Notfällen, wie einem Brand zu Hause, erlernt werden. Unser Anliegen ist es, den Kindern zu vermitteln, dass der richtige Umgang sie vor der Gefahr Feuer und vor Verletzungen schützen kann und sich damit unbeabsichtigt entstandene Brände vermeiden lassen.

Zündeln kann erlaubt sein, aber nur mit den Eltern oder anderen Aufsichtpersonen, denn alleine ist es viel zu gefährlich.” “Brandschutzerziehung steht dafür, unsere Kinder vor Bränden zu schützen, sie im Umgang mit Feuer zu sensibilisieren und zu verantwortungsbewussten Menschen zu machen”, so Dr. Frank Knödler.

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Der Oberbürgermeister startet offiziell das nun stadtweite Projekt Brandschutzerziehung

Stuttgarter Zeitung vom 21.02.2006

Feuerteufel-Rap hilft Kindern löschen

In Stuttgart startet ein Gemeinschaftsprojekt zur Brandschutzerziehung in Kindergärten.

Stuttgart- “Messer, Feuer, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nicht.” Dieser Rat gilt für das stadtweite Gemeinschaftsprojekt “Brandschutzerziehung in Kindergärten” als längst überholt. Kinder sollen sich an Streichhölzern und Kerzen probieren – aber niemals alleine.

Max Zündel weiß es genau: Wenn es brennt, muss er die Telefonnummer 007 wählen, und dann kommt ein blaues Feuerwehrauto. “Nein”, schreien 15 Kinder lautstark im Chor – “die 112 wählen, und das Auto ist rot.”

Die Kinder der Eltern-Kind-Initiative Heuschrecken sind zusammen mit ihren Erziehern zu einer Brandschutzerziehung ins Feuerwehrhaus nach Riedenberg gekommen. Dort zeigt ihnen Frank Wörner, der Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg, wie sie sich bei Brandgefahr richtig verhalten sollen.

Die Veranstaltung ist der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt “Brandschutzerziehung in Kindergärten”. In diesem Jahr sollen rund 56 Kindergärten und Vorschulen mit über 1600 Kindern für den richtigen Umgang mit dem Feuer geschult werden. “In Deutschland sterben etwa 40 Kinder an den Folgen von Bränden”, sagt Klaus Dalferth, der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbands Stuttgart.

Finanziert wird das Projekt mit Mitteln der lokalen Agenda. Rund 10 000 Euro sind bisher geflossen – jetzt ist das Budget erschöpft. “Wir hoffen auf die Stadt”, sagt Dalferth. Von dem Geld wurden unter anderem auch so genannte Brandschutzkoffer gekauft. Sie enthalten Spiele zum Thema Feuer, Streichhölzer, Wunderkerzen, Rauchmelder und eine Telefonanlage, mit der ein Anruf bei der Feuerwehr simuliert werden kann.

Besonders beliebt bei den Kindern ist Max Zündel. Die feuerrote Handpuppe versucht die Kleinen mit provokanten Falschaussagen zum Thema Feuer aufs Glatteis zu führen. In seinem “Feuerteufel-Rap” ermuntert er die Kinder heimlich zu zündeln und kockeln. Doch die Kleinen kontern in einem Refrain mit ihrem gelernten Wissen: Alleine wird nicht mit dem Feuer gespielt, und im Notfall wird die 112 gewählt.

“Als ich zum ersten Mal von dem Projekt hörte, dachte ich an den Struwwelpeter”, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Die Brandschutzerziehung sei für ihn eine sehr gute Idee, und er hoffe, dass das Brandschutzmodell der Freiwilligen Feuerwehr Riedenberg in ganz Stuttgart Schule macht.

Bereits 64 Feuerwehrleute haben sich in ihrer Freizeit zu Brandschutzerziehern qualifiziert. Sie gehen vormittags in die Kindergärten und klären die Kinder über die Gefahren des Feuers auf. Einige Tage später dürfen die Kleinen dann einen Besuch im Feuerwehrhaus machen. Dort können sie ein Feuerwehrauto von innen anschauen, die feuerfesten Anzüge bestaunen und auch den roten Helm aufziehen.

Als Abschlussübung steht ein simulierter Brand auf dem Programm. “Die Kinder lernen hier spielerisch”, sagt der Erzieher der Eltern-Kind-Initiative Heuschrecken. Mit selbst gebastelten Feuerwehrhelmen auf dem Kopf schöpfen die Kinder mit Joghurtbechern Wasser aus einem Bassin und löschen das imaginäre Feuer. Als Belohnung werden die kleinen Brandlöscher mit dem Feuerwehrauto zurück in den Kindergarten gefahren.

Sascha Sauer, STZ vom 21.02.2006